Straßenbahn-Erlebnis: gastronomisches Konzept an Bord einer in ein Restaurant umgewandelten Straßenbahn
ZurückDas Tram Experience bietet ein einzigartiges Konzept in Brüssel: Eine alte Straßenbahn wurde in ein mobiles Restaurant umgebaut. Gäste genießen ein mehrgängiges Menü, während die Straßenbahn durch die Stadt fährt – eine gelungene Kombination aus Genuss und Bewegung. Dieses Konzept spricht all jene an, die eine Alternative zum traditionellen Restaurant suchen.
Qualität der Gerichte
Die Speisekarte konzentriert sich auf raffinierte Gerichte mit regionalen Einflüssen, wie Aal in grüner Sauce, Garnelencocktail mit Langusten, Sellerieravioli mit Nordseegarnelen und Taube mit eingelegter Aubergine. Vegetarische Gerichte wie Rote-Bete-Reform oder vegane Alternativen sind ebenfalls erhältlich. Die Aromen werden oft für ihre Originalität und Ausgewogenheit gelobt, die durch frische Zutaten und sorgfältige Zubereitung auf kleinem Raum entstehen. Einige Gäste bemängeln jedoch die kleinen Portionen, insbesondere bei den vegetarischen Gerichten, bei denen Fleisch einfach weggelassen wird, ohne adäquaten Ersatz. Warme Speisen werden erst später serviert, während kalte Vorspeisen im Voraus zubereitet werden, was die Konsistenz beeinträchtigt.
Service und Betrieb
Das Personal bemüht sich, auf Niederländisch, Französisch oder Englisch zu kommunizieren und bietet trotz der engen Gänge und der ruckelnden Straßenbahn einen freundlichen und aufmerksamen Service. Die Weine sind perfekt auf die Gerichte abgestimmt, darunter Sekt zum Auftakt und lokale Biere zu bestimmten Gängen. Die Getränke fließen reichlich, der Service lässt jedoch manchmal zu lange auf sich warten oder ist ungleichmäßig auf die Tische verteilt. In dieser etwas holprigen Umgebung ist der Service professionell und beeindruckend.
Die Fahrt und die Aussicht
Die Route beginnt am Place Poelaert und führt über Flagey, Legrand, Buyl, Merode, Montgomery, das Straßenbahnmuseum , Madoux, Stockel, Hermann-Debroux und zurück. Dieser Abschnitt erkundet verschiedene Viertel, von lebhaft bis ruhig. Die Straßenbahn hält jedoch häufig und regelmäßig, was den Fahrfluss stört. Die Scheiben beschlagen schnell, besonders abends oder bei kaltem Wetter, was die Sicht einschränkt. Tagsüber ist die Sicht besser, nachts spiegeln sich die Lichter in den Scheiben. Manche Fahrgäste sehen nur wenige Sehenswürdigkeiten und viele gewöhnliche Straßen.
Komfort und Ausstattung
Der Innenraum ist stilvoll gestaltet, mit Tischen für zwei oder vier Personen. Die Sitzplätze sind jedoch eng, insbesondere für größere Gäste, die Mühe haben, zwischen Stuhl und Tisch Platz zu finden. Die Straßenbahn aus den 1960er-Jahren hat ihren Charme bewahrt, verfügt aber über keine moderne Heizung, was im Winter kühl sein kann. Bremsgeräusche und Vibrationen sind deutlich wahrnehmbar, und die einzige Toilette führt zu Warteschlangen und gelegentlich unangenehmen Gerüchen. Der Zugang für Rollstuhlfahrer ist unzureichend, und Fahrtausfälle aufgrund technischer Probleme sind häufig.
Preis und Wert
Das Erlebnis richtet sich an ein anspruchsvolles Publikum und hat einen Preis, der die Einzigartigkeit des Angebots, inklusive Getränken, widerspiegelt. Viele Gäste finden es aufgrund des besonderen Erlebnisses, insbesondere zu besonderen Anlässen, lohnenswert. Andere empfinden es im Vergleich zu traditionellen Restaurants als teuer, da die Portionen klein sind, die Gänge nicht immer gleich schnell serviert werden und das Essen oder der Ablauf wenig spektakulär sind. Es ist kein Restaurant für jeden Tag, sondern ein einmaliges Erlebnis.
Geeignete Anlässe
Ideal für Paare oder kleine Gruppen, die ein Abendessen mit einer Erkundungstour durch Brüssel verbinden möchten. Mittagsfahrten bieten eine bessere Aussicht, während Abendessen in intimerer Atmosphäre stattfinden. Familien oder größere Gruppen könnten es an den Tischen etwas lauter finden. Das Angebot eignet sich für Feinschmecker, die gerne Neues ausprobieren, weniger jedoch für wählerische Esser oder Gäste, die Wert auf Komfort legen. Bei Veranstaltungen wie Brusselicious wird besondere Aufmerksamkeit mit speziellen Menüs geboten.
Menüinnovationen
Die Köche passen ihre Gerichte saisonal an, beispielsweise Makrelen-Auberginen-Maki, Sonnenblumenkernrisotto mit Krabben, Rote-Bete-Millefeuille oder Seeteufel mit Steckrübenröhrchen. Desserts wie Himbeeren mit Blancmange oder Kakao-Cumarou runden die Speisekarte ab. Regionale Produkte wie Hervé-Käse oder Garnelen dominieren, werden aber auch vegetarisch zubereitet. Die Küche nutzt die begrenzten Ressourcen optimal, die Temperaturregelung variiert jedoch.
Besucherkommentare
Das Gesamterlebnis wurde hoch gelobt, mit Superlativen wie „toppissimo“ und „super Erlebnis“. Service und Speisen, insbesondere die Weinbegleitung, erhielten Bestnoten. Kritikpunkte waren das Preis-Leistungs-Verhältnis, die Enge, die Kälte und die übliche Route. Manche empfanden den Kontrast zu den Fußgängern draußen als unangenehm. Insgesamt wurde die Einzigartigkeit positiv bewertet, jedoch sollten die Erwartungen realistisch sein.
Praktische Tipps
Buchen Sie frühzeitig, wählen Sie eine Aussicht tagsüber und kleiden Sie sich warm. Rechnen Sie mit einer zwei- bis zweieinhalbstündigen Fahrt mit mehreren Zwischenstopps. Vegetarier: Bitte erkundigen Sie sich bei der Buchung nach den vegetarischen Optionen. Es handelt sich hier nicht um ein Restaurant für Essen zum Mitnehmen oder einen schnellen Imbiss, sondern um ein reines Restaurant. Kombinieren Sie den Besuch mit einem Spaziergang in der Nähe von Poelaert, um die Umgebung besser kennenzulernen.
Das Tram-Erlebnis vereint Innovation mit den Herausforderungen eines mobilen Restaurants. Es besticht durch Originalität und Service, Komfort und Beständigkeit können jedoch schwanken. Potenzielle Gäste wägen dies gegen den Preis einer unvergesslichen Fahrt ab.